Was der Unternehmer macht, steht oft in keinem Organigramm

Wie man Unternehmen mit gewachsenen Strukturen übergibt

In vielen Familienunternehmen sind Führungsstrukturen über Jahrzehnte gewachsen. Die Unternehmerin oder der Unternehmer kennt die Kunden, die Mitarbeitenden und die Abläufe. Viele Entscheidungen laufen ganz selbstverständlich an einer Stelle zusammen. Und wenn es irgendwo hakt, weiß man, an wen man sich wenden kann.

Das funktioniert häufig hervorragend – solange die betreffende Person da ist.

Doch was passiert, wenn eine Nachfolge ansteht oder sich die bisherige Unternehmensführung schrittweise zurückzieht?

💬 „Bei einer Nachfolge wird nicht nur eine Position frei. Häufig wird erst dann sichtbar, was eine Unternehmerpersönlichkeit über Jahre ganz selbstverständlich zusammengehalten hat.“, so Tanja Hildebrand, Geschäftsführerin der ifA-Bau Consult.

Denn neben den offiziellen Verantwortlichkeiten gibt es zahlreiche informelle Führungsfunktionen, die für das Funktionieren eines Unternehmens entscheidend sind. Sie sind selten dokumentiert und werden gerade deshalb bei einer Nachfolge leicht übersehen.

  • Wer hält wichtige Beziehungen zusammen?
  • Wer sorgt bei unterschiedlichen Interessen für eine Entscheidung?
  • Wer fängt Konflikte auf?
  • Wer gibt Orientierung, wenn es keine eindeutigen Regeln gibt?

Für eine erfolgreiche Nachfolge reicht es deshalb nicht, Aufgaben und Verantwortlichkeiten neu zu verteilen. Vielmehr müssen auch die bislang unsichtbaren Führungsfunktionen erkannt und Überlegungen angestellt werden, wie diese künftig wahrgenommen werden sollen.

Dabei geht es nicht darum, dass die Nachfolger alles genauso machen wie bisher. Entscheidend ist, dass das Unternehmen auch mit einer veränderten Führung gut funktioniert.

Im nächsten und letzten Beitrag geht es darum, warum bei der Klärung von Führungsrollen eine externe Perspektive hilfreich sein kann.