Neue Geschäftsführung, neue Rollen – und alles ist geklärt?
Führung in Familienunternehmen
Wenn sich die Führung eines Unternehmens verändert, wird häufig zunächst über die Verteilung von Aufgaben, Ressorts und Zuständigkeiten gesprochen.
- Wer übernimmt künftig welche Verantwortung?
- Wer entscheidet was?
- Und wie muss das Organigramm angepasst werden?
Gerade in Familienunternehmen greift dieser Ansatz allerdings oft zu kurz.
Denn über viele Jahre sind hier Führungsstrukturen gewachsen, die weit über formale Zuständigkeiten hinausgehen. Vieles funktioniert auf kurzem Weg, durch persönliche Beziehungen und eingespielte Abläufe. Und nicht selten laufen bei der Unternehmerin oder dem Unternehmer ganz selbstverständlich zahlreiche Fäden zusammen.
Steht eine Nachfolge an, wird die Geschäftsführung erweitert oder ziehen sich langjährige Führungspersönlichkeiten zurück, müssen deshalb nicht nur Aufgaben neu verteilt werden.
„In meinen Beratungen erlebe ich immer wieder, dass die Diskussion zunächst bei Aufgaben und Zuständigkeiten beginnt. Häufig liegt die entscheidende Frage aber eine Ebene davor: Wie soll Führung künftig eigentlich funktionieren?“, so Tanja Hildebrand, Geschäftsführerin der ifA-Bau Consult.
- Welche Führungsfunktionen werden gebraucht?
- Wo sind klare Verantwortlichkeiten erforderlich, wo braucht es gemeinsame Entscheidungen?
- Und wie soll das Zusammenspiel der Führungskräfte künftig aussehen?
Es lohnt sich, diese Fragen gemeinsam zu klären, bevor Aufgaben und Zuständigkeiten neu verteilt werden.
Denn ein neues Organigramm schafft noch kein gemeinsames Führungsverständnis. Ein tragfähiges Führungsmodell entsteht im Dialog – und bildet erst dann die Grundlage für eine sinnvolle Verteilung von Verantwortung.
Welche Aufgaben und Führungsfunktionen Unternehmerinnen und Unternehmer ganz selbstverständlich übernehmen, ohne dass diese irgendwo festgeschrieben sind, darum geht es in unserem nächsten Beitrag.