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ifA-Bau Consult

Im Wettbewerb die kreative Klasse für sich gewinnenn




Mehr fordern heißt auch mehr fördern - Personalentwicklung in einem lernenden Unternehmen
Die Problematik, qualifizierte Fach- und Führungskräfte für die Baubranche zu gewinnen und im Bauunternehmen zu halten, ist der Branche bewusst. In zahlreichen Veranstaltungen wie auch auf den Herbsttagungen der ifA-Ringe und –Arbeitsgruppen stand dieses Thema ganz oben auf der Agenda. Und die Fakten sind alarmierend: Während beispielsweise in der Schweiz doppelt so viele Fach- und Führungskräfte aus den OECD-Ländern immigrieren als emigrieren, ist dieses Verhältnis in Deutschland umgekehrt, Vor allem hochqualifizierte Fachkräfte dürften ihre Chancen im Ausland sehen.

Auch wenn dies derzeit noch weniger direkte Auswirkungen auf die Bauwirtschaft haben sollte, so ist diese im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte indirekt durch das bessere Image der meisten anderen Branchen betroffen, die bereits seit längerem über den Fachkräftemangel klagen. Dazu kommt, dass der Leistungsdruck besonders in der Bauwirtschaft in den letzten Jahren erheblich gestiegen ist. Die Kapazitäten wurden auf ein Minimum heruntergefahren, die Produktivität vielerorts teilweise drastisch gesteigert. In den meisten mittelständischen Unternehmen fehlt es an Zeit und Kraft über die übliche Personalverwaltung hinaus, die Mitarbeiter systematisch zu entwickeln, d.h. „Personalentwicklung“ zu betreiben.

In einer aktuellen Gallup-Studie wurden weltweit 10 Millionen Arbeitnehmer zur emotionalen Bindung von Beschäftigten befragt. Die Ergebnisse lassen aufhorchen: In Deutschland gaben nur 13% der Befragten an, dass sie eine hohe emotionale Bindung und 20%, dass sie keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen haben. Die Folgen einer mangelnden emotionalen Bindung an das Unternehmen liegen auf der Hand und wurden durch diese Studie untermauert. Bei einer hohen emotionalen Mitarbeiterbindung sinken signifikant

  • Mitarbeiterfluktuation
  • Unfälle
  • Fehltage (allein im mittleren Management bei hoher emotionaler Bindung 4,1 Fehltage und bei fehlender emotionaler Bindung 9,5 Fehltage im Jahresdurchschnitt)
  • Ablehnende Haltungen
  • Lohn-/ Gehaltsforderungen
  • Stress- und Verschleißerscheinungen

Auf der anderen Seite wurde in Unternehmen mit höherer emotionaler Mitarbeiterbindung eine signifikante Zunahme festgestellt von

  • Gewinn, Umsatz und Produktivität
  • Kundenbindung und Zufriedenheit mit der Firmenleitung
  • Innovation und Mitarbeiterzufriedenheit

Damit wurden deutliche Zusammenhänge zwischen „weichen“ und „harten“ Faktoren nachgewiesen.

Was kann nun das Management tun, um die emotionale Bindung seiner Fach- und Führungskräfte zu stärken? Eine erfolgsorientierte Personalentwicklung geht von den Stärken der Mitarbeiter aus und fördert diese systematisch. Eine Ziel und Strategie umsetzende Personalentwicklung orientiert sich darüber hinaus an dem konkreten Lern- und Veränderungsbedarf des Unternehmens.

Personalentwicklung im lernenden Unternehmen knüpft an den Stärken an, stellt optimale Lernbedingungen (in Seminaren, Workshops, oder auch Projekten) zur Verfügung, begleitet die Umsetzung und zeigt die Erfolge auf. Motiviation entsteht, wenn Erfolge kommuniziert werden!

In Bezug auf die Unternehmensstrategie werden auf Bereichsebene, ggf. abgeleitet aus einer Balanced Score Card (BSC), konkrete Lernaufträge ausgearbeitet und Zielvereinbarungen getroffen.

Bei größeren Veränderungen wird ein neues Rollenverhalten trainiert. Hierbei ist eine kritische Auseinandersetzung mit alten und neuen Rollen für die Vorbereitung auf neue Aufgaben besonders wichtig. Die Umsetzung der Lernaufträge am Arbeitsplatz wird durch ein Steuerungssystem begleitet. In Mitarbeitergesprächen wird die Zielerreichung reflektiert und es werden neue Ziel vereinbart.

Erfolgsentscheidend ist, dass die Ziele von oben nach unten ineinander greifen und transparent sind, dass sich die Führungs­kräfte für die Erreichung der Ziele engagieren und die Personalentwicklung ausreichende Ressourcen zur Verfügung stellt.

K.-M. Dressel, ifA-Bau Consult GmbH